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Angst-und Panikhilfe Schweiz

Virginia Hübscher

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Virginia Hübscher, Vorstandsmitglied

Ich bin 1976 geboren und in Unterkulm aufgewachsen. Nach der Bezirkschule wechselte ich an die Wirtschaftsdiplomschule an der «Alten Kantonsschule» in Aarau. Der Leistungsdruck, die vielen wöchentlichen Prüfungen und das Klima in der Klasse behagten mir nicht. Ich glaube, hier liegt der Grund für den Ausbruch der Angst- und Panikstörung.
Im Jahr 1996 wurde mein sorgloses Teenagerleben von einem Tag auf den anderen beendet, als die Störung eintrat und mir mit jedem neuen Tag das Leben zur Hölle machte. Es passierte ziemlich genau ein Jahr, nachdem ich die Wirtschaftsdiplomschule angetreten hatte. Ich erlitt meine erste Panikattacke im Zug. Was mit Klaustrophobie begann, weitete sich rasch in eine ausgewachsene Agoraphobie aus. Da ich von Haus aus gelernt hatte, Leid zu ertragen, statt es zu lindern und die aufgesuchten Ärzte nichts mit mir anzufangen wussten, stellte ich mich auf dieses neue, eingeschränkte Leben ein. Ich war höchstfunktional, obwohl ich jeden Tag tausend Tode starb.

Nachdem ich mehr Lebensjahre mit als ohne Angst verbracht hatte und mich jobmässig auf der sicheren Seite wähnte, stand eine Konzernfusion meiner damaligen Arbeitgeberin und der Konkurrenz ins Haus. Die stetige Unsicherheit um die Arbeitsplätze, die tröpfelnden Entlassungen und die zunehmende Unberechenbarkeit von Vorgesetzten versetzte meinen Körper in massive Alarmbereitschaft. Ich konnte meine Funktionalität nicht mehr aufrechterhalten. So sass ich eines Mittwochmorgens in meinem Auto vor dem Bürogebäude, starrte den Haupteingang an und wusste, ich schaffe es nicht mehr, durch diese Türe zu treten. Ich machte kehrt und fuhr nach Hause.

Ich hatte mich schon einige Tage vor diesem Ereignis in meiner Not telefonisch an die Hotline der aphs gewandt. Es tat mir gut, mit jemanden zu sprechen, der wie ich an Angststörung und Panik litt. Es war sogar das erste Mal in meinem Leben, dass ich überhaupt mit jemanden in Kontakt kam, der wusste, wovon ich überhaupt spreche und noch viel wichtiger: was ich fühle. Das hat mir viel Mut gemacht. Ich begann eine Psychotherapie und langsam aber sicher ging es mir besser. So konnte ich sogar an der 17. Mitgliederversammlung der aphs teilnehmen. Das wäre vor der Therapie nicht möglich gewesen.

Seit Dezember 2017 bin ich Mitglied im Vorstand der aphs und verantwortlich für die Aktualisierung der Webinhalte, den Blog und Facebook. Es ist befreiend, sich für etwas zu engagieren, das einem selber aber auch andere betrifft. Die Arbeit der aphs ist immens wichtig, besonders im Bereich der Enttabuisierung der Angst- und Panikstörung. Es hat mir persönlich geholfen, dass ich meine Krankheit in mir selbst zulassen und auch annehmen lernte. Ich kann sogar vor fremden Menschen meine Krankheit offenbaren, ohne mich wie früher dafür zu schämen und mich minderwertig zu fühlen.

Heute lebe ich mit meinem Partner und unseren Katzen im Kanton Aargau. Wir versuchen, unser Leben jeden Tag zu geniessen so weit wie möglich. Mal mit viel, mal mit weniger Angst.